Erste Group Aktie: Nettogewinn steigt in neun Monaten auf 3,1 Mrd. Euro
Die Erste Group hat für die ersten neun Monate 2026 einen Nettogewinn von 3.095 Mio. Euro gemeldet, nach 2.566 Mio. Euro im Vorjahr. Laut Unternehmen trägt die erstmals konsolidierte Erste Bank Polska stark zum Wachstum bei, zugleich sinkt die harte Kernkapitalquote auf 14,6 %.

- 108,40 €
- Schlusskurs
- +0,9 %
- am Tag der Reaktion
- −0,9 %
- ATX am selben Tag
- +4,3 %
- seit Jahresbeginn
- Die Erste Group erzielte in den ersten neun Monaten 2026 einen Nettogewinn von 3.095 Mio. Euro, nach 2.566 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum.
- Das Betriebsergebnis stieg auf 6.737 Mio. Euro (Vorjahr: 4.519 Mio. Euro), laut Unternehmen vor allem durch die erstmals konsolidierte Erste Bank Polska.
- Die harte Kernkapitalquote (CET1) liegt bei 14,6 %, nach 19,3 % Ende 2025, und das Unternehmen hebt den Ausblick für 2026 erneut an.
- Die Aktie schloss am 30. Oktober bei 108,40 Euro, ein Plus von 0,9 % bei einem ATX-Minus von 0,9 %.
Die Erste Group hat am 30. Oktober 2026 ihre Zahlen für die ersten neun Monate vorgelegt. Der auf die Eigentümer entfallende Nettogewinn lag bei 3.095 Mio. Euro, nach 2.566 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Laut Unternehmen wirkte sich die erstmalige Konsolidierung der Erste Bank Polska wesentlich auf den Konzernabschluss aus. Im dritten Quartal allein verdiente die Gruppe 1.121 Mio. Euro, nach 901 Mio. Euro im dritten Quartal 2025. Für das Gesamtjahr hebt das Unternehmen den Ausblick erneut an.
Zinsüberschuss wächst um 43 Prozent, Polen steuert mehr als 2 Mrd. Euro bei
Der Zinsüberschuss stieg auf 8.258 Mio. Euro, nach 5.761 Mio. Euro im Vorjahr. Nach Angaben des Unternehmens kamen Zuwächse vor allem aus Tschechien und Ungarn durch Kreditwachstum sowie aus Österreich durch niedrigere Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen. Aus Polen stammen allein 2.095 Mio. Euro.
Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf 2.903 Mio. Euro (Vorjahr: 2.340 Mio. Euro), davon 341 Mio. Euro aus Polen. Die Betriebserträge insgesamt lagen bei 12.031 Mio. Euro, nach 8.587 Mio. Euro. Der Verwaltungsaufwand stieg auf 5.293 Mio. Euro (Vorjahr: 4.068 Mio. Euro), darin 100 Mio. Euro Integrationskosten. Die Cost/Income Ratio verbesserte sich auf 44,0 % nach 47,4 %.
| Kennzahl | 1-9 2026 | 1-9 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Zinsüberschuss | 8.258 Mio. € | 5.761 Mio. € | +43,4 % |
| Provisionsüberschuss | 2.903 Mio. € | 2.340 Mio. € | +24,0 % |
| Betriebserträge | 12.031 Mio. € | 8.587 Mio. € | +40,1 % |
| Verwaltungsaufwand | 5.293 Mio. € | 4.068 Mio. € | +30,1 % |
| Betriebsergebnis | 6.737 Mio. € | 4.519 Mio. € | +49,1 % |
| Risikokosten (Wertminderungsergebnis) | −753 Mio. € | −318 Mio. € | +136,8 % |
| Nettogewinn | 3.095 Mio. € | 2.566 Mio. € | +20,6 % |
Risikokosten verdoppeln sich, vor allem wegen einer einmaligen Buchung für Polen
Das Wertminderungsergebnis betrug −753 Mio. Euro oder 37 Basispunkte der durchschnittlichen Bruttokundenkredite, nach −318 Mio. Euro oder 19 Basispunkten. Laut Unternehmen ist der Anstieg wesentlich auf Zuführungen für das polnische Portfolio zurückzuführen, die der Standard IFRS 9 bei der Erstkonsolidierung verlangt (302 Mio. Euro). Diese Belastung sei nach Angaben der Erste Group kein Hinweis auf eine Verschlechterung des Portfolios.
Die Quote notleidender Kredite (NPL) lag bei 2,3 %, nach 2,4 % Ende 2025. Die Deckungsquote betrug 68,8 % nach 69,7 %. Die sonstigen betrieblichen Erfolge verschlechterten sich auf −495 Mio. Euro (Vorjahr: −212 Mio. Euro); das Unternehmen nennt höhere Bankenabgaben, die in fünf Kernmärkten anfallen.
Kernkapitalquote fällt durch die Polen-Übernahme auf 14,6 Prozent
Die harte Kernkapitalquote (CET1) sank auf 14,6 %, nach 19,3 % zum Jahresende 2025. Die Erstkonsolidierung der Erste Bank Polska verringerte sie laut Unternehmen um 455 Basispunkte. Die risikogewichteten Aktiva stiegen auf 192,8 Mrd. Euro, nach 147,5 Mrd. Euro, was überwiegend auf den Erwerb zurückgeht.
Die Bilanzsumme wuchs auf 462,5 Mrd. Euro (Ende 2025: 368,6 Mrd. Euro). Die Kundenkredite lagen bei 287,4 Mrd. Euro (232,0 Mrd. Euro), davon 41,9 Mrd. Euro aus Polen. Die Kundeneinlagen stiegen auf 324,1 Mrd. Euro (253,0 Mrd. Euro). Die Kredit-Einlagen-Quote betrug 88,7 % nach 91,7 %.
Ausblick 2026 wird erneut angehoben
Aufgrund der guten Geschäftsentwicklung der ersten drei Quartale erwartet die Erste Group für 2026 eine Eigenkapitalrendite (ROTE) von über 20 % und einen Gewinn je Aktie, der um mehr als 20 % über dem um Einmaleffekte bereinigten Nettogewinn 2025 liegt. Der ausgewiesene Nettogewinn des Konzerns soll laut Unternehmen über 4 Mrd. Euro liegen.
Für den Zinsüberschuss nennt das Unternehmen mehr als 11 Mrd. Euro, für Provisionserträge rund 4 Mrd. Euro und für den Betriebsaufwand etwa 7 Mrd. Euro. Die Cost/Income Ratio soll unter 45 % liegen, die Risikokosten bei 25 bis 30 Basispunkten. Zu den genannten Risiken zählen unter anderem politische und wirtschaftliche Entwicklungen sowie regulatorische Maßnahmen.
Wie die Börse reagiert hat
Die Aktie schloss am 30. Oktober bei 108,40 Euro, 0,9 % über dem Vortag, während der ATX 0,9 % nachgab. Seit dem ersten Handelstag 2026 liegt der Kurs 4,3 % höher, die übliche Tagesbewegung der letzten 60 Handelstage betrug im Schnitt 1,4 %.
Nach der Meldung: So stehen die 16 Signale bei Erste Group
Seit der Meldung vom 30. Oktober zeigt die edgio-Sicht für die Erste Group 2 von 16 Signalen positiv.
Was trägt, was bremst
Was trägt
- Kurs über der 200-Tage-LinieDer langfristige Trend liegt über seinem gleitenden Durchschnitt.
- ADX TrendstärkeMit 35,0 zeigt der Indikator einen ausgeprägten Trend, unabhängig von dessen Richtung.
Was bremst
- EMA-CrossoverDer schnelle Durchschnitt hat den langsamen nach unten gekreuzt.
- Rate of ChangeDer Kurs steht 3,9 % niedriger als vor 63 Handelstagen.
- Relative StärkeMit 0,95 liegt die Entwicklung unter dem Referenzindex.
Die Signal-Note der Erste Group liegt bei 25 von 100, der Zustand lautet Vorsichtig. 2 von 16 Signalen stehen positiv, beide in der Gruppe Trend. Momentum, Oszillatoren und Makro & Relativ haben keinen positiven Wert.
Der Kurs liegt 14,2 % unter dem 52-Wochen-Hoch und auf 85,8 % von dessen Stand. Die 30-Tage-Volatilität von 36,5 % gehört im Universum von 416 Titeln zum oberen Drittel. Über vier Wochen steht ein Minus von 6,2 %, über 52 Wochen ein Plus von 29,3 %.
Dagegen sprechen mehrere neutrale Werte: MACD, Williams %R und Stochastic stehen im Mittelfeld. Die drei Makro-Signale VIX Level, VIX-Veränderung und HY Spread gelten für alle Titel gleich.
Die Signale beschreiben den bisherigen Kursverlauf und das Marktumfeld. Sie sagen nichts über die Zukunft und sind keine Anlageempfehlung. So rechnen die Signale
Was noch offen ist
Die Mitteilung nennt keine Dividendenaussage und keine Zitate von Vorstandsmitgliedern. Die Höhe der Integrationskosten (bis zu 180 Mio. Euro brutto für 2026) und deren Verteilung zwischen Muttergesellschaft und lokaler Bank sind laut Unternehmen noch zu bestimmen.
Was als Nächstes ansteht
Die Quelle nennt keine weiteren Termine.
Wie reagieren die Signale auf die Meldung?
Wie sich Kurs und Signale nach dieser Meldung entwickeln, ergänzen wir nach 1 und 5 Handelstagen.
Den Stand nach fünf Tagen tragen wir am 10.11.2026 ein.
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Quellen
- 1Investor information der Erste Group vom 30.10.2026 ↗ · 30.10.2026, 07:30
- 2Investor-Relations-Seite der Erste Group zu den Zahlen ↗ · 30.10.2026, 07:30
Weitere Meldungen
Die Lufthansa Group erzielt im dritten Quartal 2026 einen Umsatz von 12,2 Mrd. Euro, nach 11,2 Mrd. Euro im Vorjahr (plus 9 %).
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8/16 · GemischtBayer steigerte im 3. Quartal 2026 das EBITDA vor Sondereinflüssen um 6,9 % auf 1.615 Mio. Euro (Vorjahr: 1.511 Mio. Euro) bei einem Umsatz von 10.053 Mio. Euro (Vorjahr: 9.660 Mio. Euro).
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